Ein Jahr Pentax 17

Ein Jahr Pentax 17

Ein Jahr ist vergangen, seit die Pentax 17 meine tägliche Begleiterin wurde. Jeden Tag habe ich sie dabei – bei Spaziergängen durch die Stadt, auf Reisen oder beim Treffen mit Freunden. Zeit genug, um diese Kamera wirklich kennenzulernen, und deswegen möchte ich euch hier eine kleine Kurzvorstellung kredenzen.

Nimmt man die Pentax 17 in die Hand, fällt auf, dass sie ungewöhnlich leicht ist. Sie wiegt auch nur 290 g ohne Film und Batterie. Das auf der rechten vorderen Seite liegende Batteriefach lässt die Kamera gut in der Hand liegen, und man hat nicht das Gefühl, dass sie einem aus der Hand rutscht. Auf der Vorderseite ist die Kamera mit Leder bezogen, auf der Rückseite nicht. Damit ist sie für den Daumen kein Handschmeichler. Mir drängte sich damit am Anfang sehr der Gedanke auf, dass ich hier nur eine Plastikkamera in der Hand halte. Bei näherer Betrachtung scheinen der Boden und der obere Teil der Kamera aber metallisch, was zusätzlich zu der sehr guten Qualitätsanmutung beiträgt.

Pentax 17

Halbformat-Kamera Pentax 17 mit neu aufgebrachter gelber Belederung

Bei der Pentax 17 handelt es sich um eine Halbformat-Kamera. Der große Vorteil: Aus einem 36er-Film kommen 72 Bilder heraus. Das einzelne Bild verbraucht also weniger Platz auf dem Film, was damit einhergeht, dass das einzelne Korn mehr Platz auf dem Bild einnimmt. In der Praxis bedeutet dies, dass derselbe Film im Vergleich zu Kleinbild körniger wirkt. Das ändert nichts daran, dass ich den Film weiterhin je nach Projekt, Jahreszeit oder Lichtverhältnissen auswähle und selbst die Entscheidung habe, wie viel Korn ich haben möchte. Es gibt zum Glück sehr feinkörnige Filme. Bezüglich der Film-Lichtempfindlichkeit tendiere ich gerade für den Alltag, wenn man die Kamera immer dabei hat, zu ISO 400 oder höher.

Pentax 17

Auf Kodak Portra 400 belichtet

Ich betreibe die Kamera zu 90 % im P-Modus ohne aktiven Blitz. Der Vorteil gegenüber dem A-Modus ist, dass der Zonen-Fokus verwendet wird. Im A-Modus ist das nämlich nicht der Fall. Das Einlegen des Films gestaltet sich ebenfalls sehr einfach. Der Filmanfang muss einfach nur auf Höhe eines roten Strichs liegen. Deckel zu und so lange immer wieder auslösen, bis auf dem Bildzähler eine 0 steht. Dieser ist sehr klein und für mich schlecht zu lesen – aber die Zielgruppe der Kamera ist ja auch deutlich jünger. Das Fotografieren selbst ist dann sehr einfach: Entfernung einschätzen und am Zonen-Fokus einstellen, Motiv im Sucher und im darin enthaltenen Rahmen ausrichten und abdrücken. Fertig.

Die anderen Modi neben A- und P-Modus sind für Ausnahmefälle. Diese legen eine andere Gewichtung auf die berechnete Belichtungszeit oder Blende. Im Mond-Modus wird die Belichtungszeit etwas verlängert. Dieser Modus ist also gut geeignet, wenn es schon etwas dämmrig ist. Diesen gibt es auch mit aktivem Blitz. Der Bokeh-Modus dagegen öffnet die Blende etwas mehr und verkürzt zeitgleich die Belichtungszeit, sodass der Hintergrund verschwommener ist. Praktisch bei Porträts. Der B-Modus löst so lange aus, wie man den Auslöser drückt. Das ermöglicht eine Langzeitbelichtung, die noch besser mit einem Kabelauslöser gelingt. Ich habe nicht den Original-Pentax-Kabelauslöser gekauft, sondern mir ein anderes Modell angeschafft, das sehr gut funktioniert. Ich denke, die anderen Rädchen und Knöpfe sind soweit selbsterklärend.

Pentax 17

Langzeitbelichtung mit der Pentax 17

Auf eine Besonderheit möchte ich aber noch eingehen: den Makromodus. Dabei stelle ich das Zonenfokussystem auf „Makro" und bestimme den richtigen Abstand über die beigefügte Handschlaufe. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut und liefert interessante Ergebnisse.

Pentax 17

Makroaufnahme

Fazit

Das Fotografieren mit der Pentax 17 macht wirklich sehr viel Spaß, weil der Einstieg sehr niedrigschwellig ist. Ich muss nichts von Blende, Belichtungszeit oder ISO wissen und kann trotzdem kreativ werden. Danke an TKO, dem Designer der Kamera. Auch Streetfotografie kann man sehr gut damit machen. Zonenfokus vorauswählen und dann auf das richtige Motiv warten. Sieht man das Motiv, dann einfach auslösen. Geht richtig schnell. Durch die relativ starke Automatisierung und das Halbformat gibt es natürlich auch Grenzen. Die Pentax 17 konzentriert sich auf einen bestimmten Bereich der Fotografie, und dort macht sie ihre Aufgaben sehr gut. Mal schauen, ob wir irgendwann noch eine Pentax 35 sehen.

In meinem Shop findest du Bilder, die mit der Pentax 17 fotografiert wurden. Vielleicht gefallen sie dir. :)

Pentax 17

Schwarz-Weiß-Bild mit aufgeschraubtem Gelbfilter